Vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens Nobiskrug: IG Metall fordert Erhalt von Arbeitsplätzen und Wertschöpfung auf der Werft

(24.06.2021) ...

*Zukunft der Werft nur mit dem Know-How der Beschäftigten
*Investorenprozess muss langfristige Perspektiven bieten
*Aktion am 28.6. erinnert an Entlassungswelle im Herbst 2020

Kurz vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens für die Rendsburger Werft Nobiskrug am
1. Juli fordert die IG Metall den Erhalt aller 300 Arbeitsplätze. „Die Beschäftigten verfügen über das Know-How der Werft, sie sind der eigentliche Wert“, so Martin Bitter, Geschäftsführer der IG Metall Rendsburg. „Die Sicherung der Arbeitsplätze muss im Zuge des anstehenden Verkaufs der Werft oberste Priorität haben.“

Dazu gehöre auch, den Werftbetrieb in Gänze zu erhalten. „Eine Fortführung der Nobiskrug in Einzelteilen, z.B. als Reparaturbetrieb, ist aus unserer Sicht nicht zielführend. Stellen die Gewerke erst einmal den Betrieb ein, kehrt die Wertschöpfung dieser Bereiche nicht mehr zurück“, so der Gewerkschafter. „Auch können wir den Fachkräftemangel nicht ignorieren. Wir reden hier über ausgewiesene Spezialisten für den Bau von Megayachten. Für die Zukunft müssen wir alles tun, um diese zu halten. Sollte es zur Überbrückung einer Unterlastsituation notwendig sein, darf auch Kurzarbeit kein Tabu sein.“

Als Negativbeispiel nennt Bitter die Entlassungswelle im vergangenen Herbst, als etwa jeder dritte Beschäftigte die Werft verlassen musste. „Da haben wir gelernt, wie man es nicht machen sollte. Der Arbeitsplatzabbau ohne Plan hat die Verhältnisse auf der Werft chaotisiert und ist ein Grund dafür, dass wir uns in dieser misslichen Lage befinden.“ Für den 28.6. plant die IG Metall daher zwischen 6 und 10 Uhr unter dem Motto „Kein Stuhl mehr! Arbeit und Zukunft für Nobiskrug!“ 155 Stühle vor der Werft aufzustellen. „Wir erinnern daran, dass die Entlassung der 155 Kolleginnen und Kollegen ein Fehler war. Fehler sind nicht dazu da, wiederholt zu werden“, so Bitter.

Gebraucht werde stattdessen eine dauerhafte Perspektive mit einem Investor, der langfristig und strategisch denke. „Wir brauchen dringend einen Kulturwandel auf der Werft. In Zukunft geht es nicht mehr gegen, sondern nur noch mit den Beschäftigten.“

Am 28.6. stehen Martin Bitter und Marcus Stöcken (Betriebsrat) ab 7:30 Uhr vor der Werft für ein Pressegespräch zur Verfügung; Kontakt: Martin Bitter (0160-90768052)



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