Gewerkschaftliche Vertrauensleute wollen es genau wissen

Monteure bei Vestas machen Wind für faire Bezahlung

(12.01.2022)

„Die Arbeit für uns Monteure ist in den letzten Jahren nicht einfacher geworden“, sagt Arno Buß mit einem Anflug von nordfriesischer Untertreibung. Buß ist Betriebsrat bei Vestas in Husum und hat 28 Jahre Erfahrung in seinem Job gesammelt. „Komplexere Anlagentypen, ständig steigende Nabenhöhen – der Job ist gefährlich. Dazu kommt, dass wir den äußeren Gegebenheiten unmittelbar ausgesetzt sind: Kälte, Dreck, kein ‚stilles Örtchen‘, kein Pausenraum.“
Buß ist 55 Jahre alt. Er mag seinen Job, trotz der Widrigkeiten. Für die Zukunft aber sieht er große Herausforderungen auf seinen Arbeitgeber – seines Zeichens immerhin Weltmarktführer – zukommen. „Wir verlieren gutes Personal. Wir sind in den letzten Jahren immer wieder hinter den Entgeltabschlüssen der Metall- und Elektroindustrie zurückgeblieben. Wir müssen wieder attraktiver werden. Und das geht in meinen Augen nur mit einem Tarifvertrag.“




Anderer Ort, gleiches Thema. Im 400 Kilometer von Husum entfernten Barleben kommt Nico Ackerman, gewerkschaftlicher Vertrauensmann bei Vestas, zu ganz ähnlichen Schlussfolgerungen. „Die Windenergie wird eine Schlüsselrolle für die Energiewende spielen. Wir haben die Schlüsselqualifikationen dazu. Und die müssen fair bezahlt werden.“ Ackermann ist klar, dass diese faire Bezahlung nicht vom Himmel fallen wird. „Wir haben uns in Bewegung gesetzt und organisieren uns, um fit für den Tarifvertrag zu werden. Faire Bezahlung erreichen wir nur gemeinsam.“



Da gemeinsames Handeln nicht ohne die Beteiligung der Belegschaft funktioniert, haben die gewerkschaftlichen Vertrauensleute bei Vestas Ende des Jahres 2021 eine Umfrage durchgeführt. „Wir wollten wissen, was faire Bezahlung für unsere Kolleginnen und Kollegen bedeutet“, so Ackermann. „Ist es das Grundentgelt, sind es die Tarifsteigerungen – oder auch das Weihnachtsgeld, das es bei Vestas nicht mehr gibt? Mit den Ergebnissen kommen wir dann Schritt für Schritt zu unserem eigentlichen Vorhaben: Forderungen für faire Arbeits- und Entgeltbedingungen entwickeln und durchsetzen.“

Auch Arno Buß findet Gefallen daran, die Dinge konkret zu machen. „Handfeste Verbesserungen sind notwendig“, findet er. „Darum sollte es gehen im Jahr 2022.“
Ob Altersteilzeit aus seiner Sicht auch eine handfeste Verbesserung wäre? „Das wird man sehen.“ Nordfriesische Gelassenheit eben.



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